Messe für angewandte Kunst / Online Magazin

Messe für angewandte Kunst

02. November 2009 Kiel

Holzgefäß von Horst Rettig. Ahorn, Oberfläche strukturiert, 15 × 18 cm.

Vom 7. bis 15. 11. 2009 findet zum 12. Mal die Kieler Messe für angewandte Kunst statt. Sie wird vom „forum für angewandte kunst“ in Kiel durchgeführt und hat letztes Jahr über 2500 Besucher angelockt. Mittlerweile ist die Messe ein etabliertes Event im schleswig-holsteinischen Kunsthandwerker-Herbst.

Auf einer Fläche von 450 Quadratmetern sind Arbeiten von 31 Gestaltern zu sehen. Das „forum für angewandte kunst“ ist ein Verein, der sich der „Förderung der angewandten Kunst – insbesondere in Schleswig-Holstein – verschrieben hat. Eine Jury aus Forumsmitgliedern und Kerstin Dronske vom Stadtmuseum „Warleberger Hof“ entscheidet über die Messeteilnahme. „Uns geht es zu gleichen Teilen um Originalität und Qualität der Arbeiten”, sagt Astrid Prill, die Geschäftsführerin. Wegen Renovierungsarbeiten findet die Messe in diesem Jahr nicht wie gewohnt im Warleberger Hof, sondern in der Landeshalle des Kieler Schlosses statt.

Die Gestalter kommen aus Deutschland, Polen, der Schweiz und Finnland. Das Angebot ist vielfältig und reicht von Textil über Schmuck bis hin zu Keramik, Glas und Möbeln. Das Konzept fordert, dass die Arbeiten zu einer Art Gesamtkunstwerk am Messestand verschmelzen. Futuristisch geformte Hüte und Kappen, an die 20er Jahre angelehnt, von Karin Irmer stehen filigranen Objekten aus Porzellan von Ulrike Lohmeyer-Boysen gegenüber. Die Messer mit Ebenholzgriffen des Finnen Mikko Inkeroinen begegnen dem gestrickten Ohrschmuck aus Silber von Uli Strempel. Ein schlichtes Holzgefäß von Horst Rettig, das mit seinen farbigen Baumringen für ein buntes Leben stehen, bilden das Kontrastprogramm für die „gemeinen” Kraken, von Sabine Jeck, die majestätisch ihre Fangarme gen Himmel strecken und die Ambivalenz von Schönheit und Gefahr andeuten.

Mode gepaart mit Handwerkskunst: Hut von Karin Irmer.

Auf der Kieler Messe für angewandte Kunst: Porzellanfiguren von Ulrike Lohmeyer-Boysen.

„Damascus” heißt dieses Handgeschmiedete Messer von Mikko Inkeroinen. Hochgekohlter Damast (Damaszenerstahl) und Ebenholz.

Ohrschmuck, gestrickt von Uli Strempel aus 935er Silber.

Sabine Jeck, „Gemeine” Kraken 2009, links Paperclay, 32 × 20 × 25 cm, rechts Porzellan mit Seladonen und Kupferrotanflug, 21 × 11 × 19 cm.

Sandra Prill, Goldschmiedin und diesjährige Ausstellerin, nutzt die Messe, um ihre Arbeiten zusätzlich in Kiel zu präsentieren. „Es ist ein weiterer Ansporn für mich, die neue Kollektion fertig zu produzieren, um sie auf der Messe vorstellen zu können”, sagt sie. Sie schätzt aber genauso die Einblicke in das Werk der anderen „wer was wo macht”. Neue Eindrücke schaffen neue Inspirationen. Durch die Anwesenheit der Gestalter wird der künstlerische Austausch untereinander ermöglicht, ebenso das Gespräch mit Freunden der angewandten Kunst. Alle Exponate sind käuflich zu erwerben.

Klassisch und schmückend: Silberarmband mit Topasen und Aquamarinen von Sandra Prill.

Der Kunstverein möchte zukünftig seine Kontakte nach Skandinavien ausweiten, um die Messe vielfältiger zu machen und den überregional Austausch zu fördern „Für viele ist es eine Geldfrage, an der Messe überhaupt teilnehmen zu können”, weiß Astrid Prill. So versucht das „forum für angewandte kunst“ alles, um den Ausstellern entgegenzukommen und organisiert auch private Unterkünfte.

Jedes Jahr wird ein Gast zur Messe kostenfrei eingeladen, der in einem separaten Raum einzeln seine Kunstwerke zeigen darf. In diesem Jahr ist es die Keramikerin Jutta Widmer. Sie lebt und arbeitet in Berlin und lehrt seit 2004 an der Freien Schule Berlin-Pankow. Ihre Arbeiten sind vielfach prämiert und ausgezeichnet, zuletzt 2005 mit dem Richard Bampi-Preis. Widmer baut Architektur aus Paperclay, einer Mischung aus Papier und Ton, in das sie Glasperlen einarbeitet. Thema ihrer Arbeiten sind Raum, Räume und Räumlichkeit. (Text: Kirstin Lopau)

Kieler Messe für angewandte Kunst: Eröffnung 06.11.2009, 19 Uhr, 7.11.-15.11.2009

Stadtmuseum im Kieler Schloss, Landeshalle, Burgstraße 3, 24103 Kiel, Telefon 0431/901-3425 www.kiel.de/kultur

Öffnungszeiten für Messe und Ausstellungscafé: Dienstag bis Sonntag 10 –18 Uhr, Freitag bis 20 Uhr. Tageskarte 4 €, Dauerkarte 6 €. www.fak-sh.de

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