Grassimesse und Designers’ Open / Online Magazin

Grassimesse und Designers’ Open

19. Oktober 2009 Leipzig

„Sofia weiß nicht, was sie kochen soll“ von Nathalie Schnider-Lang, Nördlingen. 46cm x 40cm x 40cm.

Die Grassimesse vom 23.10.–25.10.2009 ist ein internationales Forum für Angewandte Kunst und Produktdesign aller Sparten: „Die jurierte Auswahl der Aussteller und die internationale Ausrichtung der Messe im Grassimuseum ermöglichen einen umfassenden Überblick auf Innovationen und Tendenzen, aber auch auf klassische Beständigkeit“, heißt es aus Leipzig. Die alljährliche Verkaufsmesse am letzten Oktober-Wochenende findet zusammen mit der Designers’ open statt, die mit einem temporären Designkaufhaus aufwartet. www.designersopen.de. Somit steht Leipzig am kommenden Wochenende ganz im Zeichen kreativer Gestaltung. Der folgende Überblick zeigt – nach unserem ersten Beitrag vom 12. Oktober – weitere Arbeiten der jurierten Grassimesse, die jeweils mit einem kurzen Statement der Gestalter versehen sind.

Nathalie Schnider-Lang, Bild oben, sagt zu ihrer Arbeit: „In den Körper meiner Plastiken “eingefühlt” gehe ich meine Arbeiten an. Es ist das Lebendige was mich reizt, das Persönliche, der Moment.“

Brosche 2009 von Margit Jäschke, Halle. Papiermaché, grüner Lack, Korallen, Silber und Gold, 90 × 30 × 25 mm, Unikat.

„Der Schmuck von Margit Jäschke spiegelt eine Phantasiewelt, in der Details Bedeutung gewinnen und die Wahrnehmung überrascht wird.“ Zitat aus einem Text von Kristina Bake.

Brosche „Phytenia“, 2009, von Mirjam Hiller, Potsdam. Edelstahl, Pulverbeschichtung,16 × 7 × 5 cm.

Mirjam Hiller: „Arcane cities and landscapes. Ich entdecke verborgene, geheimnisvolle Orte und betrete sie gespannt. Ich erforsche sie mit pochendem Herzen und lasse meine Entdeckungen in meinen Händen Gestalt annehmen.“

„Monatsbrosche VIII“ von Isabell Schaupp, Hildesheim. Ansteckschmuck, 2009, 17,5×13×2,8 cm. Eisen, Kupfer, Fotoemail, Kunststoff, Silber.

Isabell Schaupp: „Meine Arbeiten sind inspiriert von Natur und Technik. Sie erhalten ihr spezielles Eigenleben durch das interessante Spiel zwischen Zwei- und Dreidimensionalität.“

Halsschmuck „Winterblumen“, 2009, Silke Trekel, Kloschwitz/Trebitz. Eisen ziseliert, emailliert, Neusilber, ein Teil 6 × 4 cm.

Silke Trekel: „Einem einfachen Steckprinzip folgend entstehen je nach Einschnittswinkel Schmuckobjekte, die an Modelle aus der Physik oder Formen aus der Architektur erinnern.“

Halskette „PO4“ von Unk Kraus, Allershausen. Polyolefin, Federstahl. Durchmesser ca. 30 cm.

Unk Kraus erklärt selbstbewusst: „Überzeugende 25 Gramm.“

„Newspaper Boxes“ von Petra Ohnmacht, Reichertsheim. Schachteln aus Karton und Zeitungspapier, teilweise mit Inhalt.

Petra Ohnmacht: „Durch den Arbeitsprozess, wird die alte Zeitung aufgewertet. Jedes Stück, jeder Streifen der Abbildung wird wertvoll. Alle Stücke sind sorgfältig von Hand gebaut. Jedes nur ein Mal.

Halsschmuck „Bi-Re-Cycle”, Nikolay Sardamov, Bulgarien. Fahrradschlauch-Gummi, Silber geschwärzt, 28 × 28 × 4 cm. Photo: Aleksandar Nishkov.

Nikolay Sardamov: “The ‘Bi-Re-Cycle’ formula: 1. Bicycle – Main importance idea in the collection is the mobility of today’s life. Direct connection is to find in the material of the jewellery: bicycle tyres. The futuristic uni-sex pieces are constructed with silver „skeletons“ and „over-dressed“ with black rubber. 2. Recycle – The future of „smart“ society: recycling is the second stop in the collection. You can easily find it in the materials, used by the jewellery. 3. Cycle – A round or circle form, the symbol of the cycle is used in the jewellery as a main construct.

SIEGELRING RUND von ALIKI APOUSSIDOU, Braunschweig, EISEN GESCHMIEDET.

Aliki Apoussidou: „Schmuck, geformt durch drei verschiedene Kräfte: hoher Druck, Hitze sowie die kohäsiven Kräfte des Materials Metall. Dieser Prozess transformiert einen geometrischen Grundkörper in eine biomorphe Form voller Energie.“

Messer „The Flow“, 2009
, von Gunther Löbach, Braunschweig. Damaszenerstahl handgeschmiedet, CrNi-Stahl, Grenadil
.

Gunther Löbach: „Messer im Grenzbereich zwischen Schneidwerkzeug und Kunstwerk – gefertigt in einer Kombination von traditionellen wie modernen Techniken und Materialien. 


„Frau mit Stock“, Marianne Eggimann, Leipzig, Porzellan-Paperclay, modelliert. Höhe: 20cm.

Marianne Eggimann: „Je länger ich mit Porzellan figürlich arbeite, umso mehr vermag ich damit meine Sichtweise auf die Welt, meine Kritik an ihr, meine Neugierde und meine Leidenschaft auszudrücken.“

Ensemble „Zwillingspaar aus Ahorn“ von Manfred Schmid, Bremen. Sterlingsilber, urushi, 16,5 × 16 cm.

Manfred Schmid: „Ich liebe das nie gekannte Zusammenspiel alter Lackkunst Japans (urushi) und traditioneller europäischer Silberschmiedekunst.“

Schale “Wandel-4”von Heri Gahbler, Köln, Kern aus Leinentextil, urushi, 41,5 cm x 14,5 cm.

Heri Gahbler: „Lack pur: Klare Formen mit zurückhaltender Farbigkeit und schlichter Textur.“

Porzellanvase von Juliane Herden, Halle, Höhe 32 cm.

Juliane Herden: „In meinen Porzellanvasen, getragen von einfachen zurückhaltenden Formen, liegt der Fokus auf der grafisch-malerischen Oberflächengestaltung. Es sind künstlerische Einzelstücke mit Gebrauchswert.“

Vasenpaar aus der Manufaktur der Glasfachschule Zwiesel. Gestaltung Hans Wudy. Höhe ca. 32 cm.

Glasfachschule Zwiesel: “Es handelt sich um ein Vasenpaar unserer Glasmachermeister aus weißem Innenüberfang, farbig gesponnen und in einer komplexen Montagetechnik gearbeitet.“

„Stillleben“, acht Gefäße aus Silber von Josephine Lützel, Winterhausen bei Würzburg, ca. 4 cm bis 24 cm. Photo: Knud Dobberke.

Josephine Lützel: „Vasen und Gefäße als Spiel mit der Form an sich und deren Ausloten. Sie erlauben mir hier die Funktion weitgehend in den Hintergrund zu rücken.“

Silberbecher, gefaltet, Maike Dahl, Hannover. Durchmesser 4,5–6cm, Höhe 4–8cm.

Maike Dahl: „Tafelsilber für den täglichen Gebrauch darf sich zu den anderen Dingen auf dem Tisch und im Haushalt gesellen. Es ist einfach in der Handhabung und spülmaschinenfest. Mein Tafelsilber gibt dem Alltag etwas Spannung und Glanz.“

Brosche, 2008, von Anders Reeh, Düsseldorf. Silber, Feingold, 8cm.

Anders Reeh: „Ich befrage meine gesägten Broschen auf ihre mathematisch-geometrischen Grundgesetze, auf ihr Spiel mit der Durchlässigkeit von Sichtachsen wie auch mit ihrer Verweigerung, Einblicke zu gewähren in den Bereichen des Verdichtetseins.“

HALSREIF „SCHWARZE KORALLE“, ULLA + MARTIN KAUFMANN, Hildesheim. 750 GOLD, KORALLE, 29CM X 20CM.

Ulla und Martin Kaufmann: „Wir haben es gern getan.“

Brosche, 2009, aus der Serie „ornamentale Strukturen“ von Bettina Götsch, Berlin. Silber, geschwärzt, Seidenfaden. Studienarbeit.

Bettina Götsch: In den drei Schmuckserien habe ich mich auf ganz unterschiedliche Weise dem Thema „Ornament“ genährt. Zum einen arbeite ich mit traditionellen Handarbeitstechniken, zum andern spielt die Struktur eine wichtige Rolle, bei der dritten Reihe steht das Ornament, welches auf dem Körper gebildet, wird im Vordergrund.

Wandverkleidungen von Igelhaus-Tapetendesign, Konstanze Trommer. Formstabiles Mischgewebe bis 5 m hoch, Tapeten aus Vlies-Materialien bis 1 m breit.

Konstanze Trommer: „Meine Wandverkleidungen kombinieren Bildmotive und wiederholbare Muster als Wandbespannungen oder Tapeten. Handvergoldung und -übermalung unterstreichen den repräsentativen Charakter der Einzelstücke.”

Grassimesse vom 23.10 bis 25.10.2009. Öffnungszeiten: Fr, Sa von 10 – 20 Uhr, So 10 – 18 Uhr. Festliche Preisverleihung: am 22.10.2009, 18.30 Uhr, anschließend Messeöffnung und Verkauf bis 22 Uhr. Tagesticket: 5,00 Euro (bis 16 Jahre freier Eintritt)Kombikarte mit der Veranstaltung “Designers’ open”: 9,00 Euro. Katalog: 12,00 Euro. www.grassimesse.de.