FREMDE MALEREI

Brosche von Marianne Schliwinski, 2009, „Elisabeth Vernon -1615“.
In mehreren großen Einzelausstellungen mit Schmuck und Fotografie wurde das Schaffen von Marianne Schliwinski in jüngster Zeit gewürdigt. Zuletzt in der ersten Jahreshälfte 2009 im Goldschmiedehaus Hanau. Wer die vielschichtigen Arbeiten der 1944 geborenen Münchner Künstlerin kennen lernen möchte, dem sei die Ausstellung „Fremde Malerei“ empfohlen, die noch bis 24. Oktober 2009 in der Galerie Spektrum stattfindet.

Halsschmuck „Schönheitsgalerie“ von Marianne Schliwinski, 2009. Porzellan, Silber geschwärzt, Rückseitig Buchdruck laminiert und ein Spiegel für das eigene Porträt. Aus der Ausstellung in Hanau.
Jürgen Eickhoff, Galerist und Partner der Künstlerin schreibt dazu: „Marianne Schliwinski zeigt in der Ausstellung „Fremde Malerei“ Fotografien und Schmuck. Das scheinbare Missverständnis von Ausstellungstitel und gezeigten Objekten hat seine Ursache in der Arbeitsweise von Marianne Schliwinski. Aus einem ständig wachsenden Bestand an Fotografien sucht sie sich diejenigen heraus, die sie als Ganzes oder in Ausschnitten für ihre Zwecke gebrauchen kann. Viele setzen sich thematisch mit dem Motiv der Reflexion auseinander, andere wiederum sind verwaschen, verwackelt oder bis zur Unkenntlichkeit verschwommen.

Brosche 2009 „Rückenansicht II“ von Marianne Schliwinski, zur Zeit in der Galerie Spektrum, München.

Marianne Schliwinskis Art zu malen. Brosche „Gold“, 2007.

Wie verwittertes Holz, dessen Strukturen vergoldet bewahrt werden. Brosche von 2009.
„Il giardino di Finzi Contini“. Objekt von Marianne Schliwinski, 2008.

Der „Kreuzgang Santa Croce“ Brosche 2009.
Diese Fotografien verlieren oftmals den Charakter als Abbildung eines Motivs oder Objekts, dominanter werden die Abstraktionen, seien sie in den Farben oder in der Bewegung. Dies bezeichnet Marianne Schliwinski als ihre Art zu malen. Da diese Dinge aber zum einen verfremdet, also nicht mehr original sind und zum anderen auch nicht direkt von ihr gemalt, sondern aus Fotografien übernommen sind, erfand sie dafür den Ausdruck „Fremde Malerei“. In der Ausstellung zeigt sie sowohl Fotografien, als auch Schmuck, der mit diesen Elementen arbeitet oder sich darauf bezieht.

25 Fotografien, Diasec, Aufl. 5, in der Ausstellung „Fremde Malerei“.
Zum Thema entstand ein Künstlerbuch in einer Auflage von 50 Exemplaren für 39,-Euro. Galerie Spektrum, Theresienstraße 46, 80333 München, Telefon +49-89-284590. www.galerie-spektrum.de.



