Grassimesse Leipzig / Online Magazin

Grassimesse Leipzig

12. Oktober 2009 Leipzig

Kontrastreiche Schmuckkunst von Michaela Kirchner. Kette „Schwarz/Weiß“, Silber. Foto: Dorothea Burkhardt.

An der vom 23.10. bis 25.10. 2009 stattfindenden Grassimesse im Leipziger Grassi-Museum nehmen 80 Aussteller aus Dänemark, Italien, Irland, Österreich, Japan, der Schweiz und Deutschland teil. Die von einer Fachjury ausgewählten Kunsthandwerker, Designer, Fachhochschulen und Künstlergemeinschaften präsentieren und verkaufen an 71 Messeständen ihre neuesten Arbeiten. Gezeigt wird ausgefallenes künstlerisches Handwerk, Schmuck- und Objektkunst. Allesamt Arbeiten, die in dieser konzentrierten Qualitätsschau selten zu sehen ist. Die Teilnehmer wurden von einer Fachjury nach künstlerischen Kriterien ausgewählt.

SITZSPUREN DER MESSEBESUCHER

Die Hochschule Pforzheim stellt die heute an allen Instituten gelehrte und praktizierte CAD Technik (computer aided design) vor. Eine Studentin der Fakultät für Design und Künste der Universität Bozen demonstriert ihr Projekt „scott“. Diese neuartige Möbelbeschichtung entwickelt sich aus der interaktiven Beteiligung der Besucher. Im Ausstellungsbereich werden speziell dafür Sitzmöbel für Messebesucher bereit stehen, an denen mit Hilfe eines besonderen Klebstoffes textile Spurenfasern der Kleidung haften bleiben und auch die jeweilige Sitzhaltung registriert wird. Auf diese Weise entsteht im Laufe der Messetage ein ganz individueller textiler Überzug, eine Art Patina.

Schmuckdesigner zeigen die gesamte Bandbreite zeitgenössischer Gestaltung. Man findet die minimalistischen Stücke von Ulla und Martin Kaufmann, Hildesheim, die skulpturalen Arbeiten von Ursula Gnädinger, Potsdam, wie auch zahlreiche experimentelle Schmuckobjekte. Traditionell sind dies häufig Broschen: farbig, biomorph, gefaltet, lackiert und immer künstlerisch.

Brosche „Ovalhaufen Orange“ von Mirjam Hiller. Edelstahl, Kunststoff, Silber, 8 × 6,5 × 3 cm.

Beate Eismann: Brosche. Papier, Silber, Kupfer, Neusilber, 11,5 × 19,9 × 2 cm.

Alessandra Pizzini: Brosche „Piatto“. Kunststoff, Silber, Federstahl, montiert, lackiert. (Foto: Alessandra Pizzini)

Anke Hennig, Brosche „Anemone I“. Silber, Edelstahl, Kunststofffäden, Glasperlen, Durchmesser 7,5 cm. Foto: Matthias Ritzmann.

Jacke „Hämy“ von Kristiina Karinen. Seide, Merinowolle, gestrickt. Foto: Katharina Moebus.

Der Bereich Textil bietet neben den in aufwändiger Shibori-Technik von Hiroshi Murase/ Japan gefertigten, plastisch wirkenden Stoffen u.a. qualitätsvolle Schals von Andreas Möller/ Hamburg. Die Leipzigerin Gabriele Wiegand präsentiert ihre neueste Kollektion eleganter Mode, junge tragbare Mode in veredeltem Strickverfahren hergestellt. Raffinierte Bekleidung gibt es auch bei der Skandinavischen Designerin Kristiina Karinen zu sehen. Neben innovativer und klassischer Silberschmiedekunst sind auch die Werkbereiche Glas und Keramik in hoher Qualität vertreten.

Stefan Strube, Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim. Sieben Becher. Silber, Beton, Holz. 18 × 10 cm.

Sophie Kloess: Taumelkanne und Becher. Silber, aufgezogen, montiert. H 19 und 10 cm (Foto: Sophie Kloess)

Frank Meurer: Graalschale „Zellen“. Klar – und Farbglas, Paradise Paint Bemalung, Graaltechnik. H 11, Dm 14 cm (Foto: Frank Meurer).

Gefäss aus Porzellan von Kap-Sun Hwang. 16 × 10 cm.

Si-Sook Kang stellt u.a. diese Dose in Leipzig aus. Porzellan. Höhe 19 cm. Foto: Bernd Perlbach.

Andrè von Martens: Gefäß. Schwarzkeramik, gedreht, strukturiert, poliert. Dm 40 cm (Foto: André von Martens).

Traditionelle Handwerkstechnik wird die Glasfachschule Zwiesel mit ihren am Glasofen entstandenen Unikaten vorstellen.
Seit langem wieder einmal auf der Grassimesse zu sehen: ein Korbflechter alter Schule. Der in Dänemark lebende Klaus Titze überschreitet die üblichen Grenzen seines Handwerks. Seine Idee der „Betonkörbe“ besteht in der Verwandlung von Weide-Flechtwerk zu Beton durch den Prozess des Verglühens bzw. Verbrennens. Auf die Weidebogen trägt der 57-Jährige lagenweise Fasermörtel auf. Bei dem sich anschließenden Verbrennen fällt das lose Material ab, der Rest des Weidengeflechts verschmilzt mit dem Mörtel und hinterlässt einen fossilartigen Abdruck.

Klaus Titze „Muschel“. Weide, Fiberbeton. 40 × 50 × 50 cm. Foto: Lene K.

Joseph Walsh: Prismakonsole Zwei Segmente. Eschenholz, Glas, geölt. 94,5 × 225 × 53 cm (Foto: Andrew Bradley).

Die Grassimesse gilt als wichtige internationale Verkaufsmesse für angewandte Kunst und Produktdesign mit einer bis ins Jahr 1920 zurückreichenden Erfahrung. Die alljährlich Ende Oktober stattfindende Messe lädt zum Schauen, Informieren und Kaufen ein und ermöglicht einen Blick auf internationale Gestaltungstrends und Innovationen.

Eine Fachjury vergibt vier Grassipreise für herausragende Arbeiten:
Grassipreis der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung, dotiert mit 2.500 Euro. Grassipreis der Sparkasse Leipzig, dotiert mit 2.000 Euro. Grassipreis der Total Leipzig, dotiert mit 2.000 Euro. Grassipreis der Galerie Slavik/ Wien, dotiert mit 2.000 Euro.

Grassimesse: 23.10. – 25.10.2009
Öffnungszeiten: 23./24.10. 2009: 10-20 Uhr, 25.10.: 10–18 Uhr
Preisverleihung: Do, 22.10. 2009, 18.30 Uhr

Eintritt: 5,-€ Tageskarte, bis 16 Jahren frei, berechtigt auch zum Eintritt in die Ständige Ausstellung und zum Dokfilm; 9,-€ als Kombi-Karte mit den zeitgleich stattfindenden Designers Open www.designersopen.de.
Alle Informationen und News unter www.grassimesse.de. Zur Grassimesse erscheint ein Aussteller-Katalog mit 176 Seiten zum Preis von 12 Euro.

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