Von Picasso bis Warhol
Noch bis 19. Juli 2009 ist Schmuck von großen internationalen Malern und Bildhauern im Kölner Museum für Angewandte Kunst zu sehen. Vom 22. Oktober bis 10. Januar 2010 findet die außergewöhnliche Ausstellung dann im Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg, statt. Ob Karel Appel, Arman, Alexander Calder, Max Ernst, Pablo Picasso, Niki de Saint Phalle, Robert Rauschenberg oder Andy Warhol: Alle haben auch mal Schmuck gestaltet. Sie sind in das Gesamtwerk „eingebettet“ und erkennbar, aber keine bloßen Reduktionen größerer Entwürfe. In der Kölner Ausstellung finden sich auch Stücke von zeitgenössischen Künstlern wie Heinz Mack, Günther Uecker, Louise Bourgeois oder Anish Kapoor.

Niki de Saint Phalle: Halsband mit beweglichen Teilen Yeux et bouche, 1973, Gelbgold, Email, Privatsammlung, München. Foto: GEM Mailand.

Roy Lichtenstein: Brosche Modern Head, 1968, Metall, Email, 7,8 × 5,8 cm, Auflage für Multiples Inc. New York, Privatsammlung. Foto: Sascha Fuis Photographie, Köln
Die Ausflüge in ein Gebiet, in dem die Kunstwerke nicht auf dem Sockel stehen, sondern an oder mit lebendigen Menschen auftreten, haben die Phantasie und Kreativität mancher Künstler beflügelt; andere haben überrascht die große dekorative Qualität ihrer Arbeiten entdeckt.
Die Ausstellung zeigt rund 140 Werke von 34 Künstlern; manche von ihnen haben Entwürfe extra für die Ausstellung beigesteuert. Die kleinen Kunstwerke sind, soweit möglich, größeren Arbeiten desselben Künstlers gegenübergestellt.
Nicht zuletzt beantwortet die Ausstellung auf ganz einfache Weise die Frage, ob Schmuck Kunst sein kann. Natürlich, wenn er von einem Künstler gemacht wurde! Dabei gibt es unter den Schmuckkünstlern viele, die Picasso und Co. glatt in den Schatten stellen – wenn es um Schmuck geht.
Museum für Angewandte Kunst,
An der Rechtschule,
50667 Köln,
Telefon 0221-221-26735,
Fax 0221-221-238 85,
Mail mfak@stadt-koeln.de. Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag 11–17 Uhr, jeden ersten Donnerstag im Monat von 11–22 Uhr (mit Führung um 18 Uhr) geöffnet.
Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, Friedrich-Wilhelm-Str. 40,
47051 Duisburg. Geöffnet: Di-Sa 11-17 Uhr, So 10-18 Uhr.

Horst Antes: Sitzende Figur, 1982, 8,8 × 5,5 cm. Anhänger Figur mit Florentiner Kappe, 1989, 13,1 × 5,5 cm, Goldblech. Privatsammlung Düsseldorf. Foto: Sascha Fuis Photographie, Köln.

Hans Arp: Anhänger/Brosche in Silber mit Kieselstein, 1960er Jahre, 7,7 × 4,5 cm, “Design by Arp” Peter Ein-Hod (100 Ex.), Privatsammlung Düsseldorf. Foto: Sascha Fuis Photographie, Köln

Alexander Calder: Haarkamm, ca. 1940, Messingdraht, 15 × 9 cm. Privatsammlung Düsseldorf. Foto: Sascha Fuis Photographie, Köln

Niki de Saint Phalle: Brosche/Anhänger Serpent jaune, 1977, Gold, Email, Türkise und Diamanten, 9,5 × 3,5 cm, 8 Exemplare (+ 4 E. A.), signiert, Atelier Boltenstern. Foto: S. Himmer.

Pablo Picasso: Medaillon Tête au masque, 1956, 23karätiges Gold, 5,2 cm, 20 Ex. (+ 4 E. A.), signiert. Foto: Sascha Fuis Photographie, Köln.

Jésus Raphael de Soto: Ohrringe Penetrabile, 1968, partiell vergoldetes und rhodiniertes Silber, 9 × 6,8 cm, 200 Ex. (bislang nur 35 Ex. ausgeführt), GEM Montebello JS/1. Foto: Sascha Fuis Photographie, Köln.



