Schmuckskulpturen / Online Magazin

Schmuckskulpturen

25. September 2009 Hanau

Klare Geometrie inmitten kryptisch zarter Farbigkeit. Ansteckschmuck, Neusilber, mit Papier kaschiert. Von Jens-Rüdiger Lorenzen.

Am Sonntag, 27. September um 11.30 Uhr wird die Ausstellung „Jens-Rüdiger Lorenzen, Schmuckskulpturen, 1982–2009" im Goldschmiedehaus in Hanau eröffnet. Lorenzen wurde 1942 in Hagen/Westfalen geboren. Nach einer Goldschmiedelehre absolvierte er von 1965 bis 1968 sein Studium an der Kunst + Werkschule Pforzheim bei Professor Reinhold Reiling. Ab 1968 arbeitete Lorenzen selbstständig in seinem Atelier in Wuppertal.

In den 1960er Jahren zeichnete sich in der Schmuckkunst ein wesentlicher Umbruch ab: Durch den Umgang mit unedlen Werkstoffen sowie neuen Gestaltungsideen versuchten Goldschmiede überall in Europa den Anschluss an die Entwicklungen der modernen Bildenden Künste. Jens-Rüdiger Lorenzen zählte zur Avantgarde, die sich vom klassischen Schmuckverständnis lösten. Seine Position formulierte er so: „Schmuck sollte keine bloße Dekoration sein, sondern ein Objekt der angewandten Kunst. Materialien sind dabei Ausdrucksmöglichkeiten, die ihre Auswahl im Objekt begründen (…)“.

Bereits 1972 zeigte das Deutsche Goldschmiedehaus eine Einzelausstellung zu Arbeiten Jens-Rüdiger Lorenzens. Im Jahre 1974 kam der Künstler als Lehrer an die Staatliche Zeichenakademie, 1985 folgte er einem Ruf als Professor an die Hochschule für Gestaltung in Pforzheim. Dort unterrichtete Lorenzen im Fachbereich Schmuckgestaltung bis zu seiner Pensionierung 2008.

SPIEL MIT LINIE, FLÄCHE UND RAUM

Mit der Retrospektive im Silbersaal präsentiert Jens-Rüdiger Lorenzen
80 kleine Schmuckskulpturen, darunter auch einige ganz neue Arbeiten: Bewusste Über- und Unterschneidungen von Linien und Flächen, das Spiel im und mit dem Raum sorgt für die faszinierende Plastizität der Arbeiten. Eindrucksvoll sind in manchen Stücken auch die zarten und gleichermaßen intensiven Farbkompositionen. Sie können sich in der vom Künstler selbst konzipierten, farblich zurückhaltenden Vitrinenausstattung, großartig entfalten.

Schmuck als skulpturale Konstruktion. Ring von Jens-Rüdiger Lorenzen, Stahl, Silber, zum Teil mit Papier kaschiert.

Das Dekor ist die Kunst: Halsschmuck aus Stahl und Silber mit Pergament und Lackfarbe.

Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag wird Hartwig Rohde, Präsident der Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V., die Gäste begrüßen, Klaus-Dieter Stork spricht ein Grußwort von Seiten der Stadt Hanau. Dr. Sabine Runde, stellvertretende Direktorin des Museums für Angewandte Kunst Frankfurt wird in die Ausstellung einführen. Der Künstler wird anwesend sein. Zur Ausstellung erscheint eine begleitende Publikation.

Die Ausstellung ist täglich, außer montags, von 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.
Öffentliche Führungen (2,50 € Eintritt inkl. Führung): Sonntag, 11. Oktober um 11.30 Uhr, Sonntag, 15. November, 11.30 Uhr. Sonderführungen auf Anfrage

Deutsches Goldschmiedehaus Hanau, Altstädter Markt 6, 63450 Hanau
Tel. 06181-256556 Fax 06181-256554 www.museen-hanau.de