David Watkins / Online Magazin

David Watkins

06. Juli 2009 Schmuckmuseum Pforzheim

Körperschmuck „Interlocking Bodypiece #2”, Stahl, David Watkins, 1976, Foto Michael Hallson.

Vom 24. Juli bis 18. Oktober 2009 zeigt das Schmuckmuseum Pforzheim im Rahmen einer Sonderausstellung die Retrospektive von David Watkins, London. Als einer der international renommierten Protagonisten, hat der Brite seit den 1960er Jahren dazu beigetragen, sein Metier zu revolutionieren. David Watkins steht im Geschichtsbuch moderner Schmuckkunst nach 1945 neben Emmy van Leersum, Caroline Broadhead, Giampaolo Babetto oder Bernhard Schobinger, um nur einige seiner Mitstreiter zu nennen. Während sich seine Lebensgefährtin, die Londoner Goldschmiedin Wendy Ramshaw, geb. 1939, mit ihrem Schmuck häufig auch im Rahmen traditioneller Formen und Dimesionen bewegte, demonstrierte David Watkins als gelernter Bildhauer und Hochschulprofessors am liebsten, was Schmuck sein könnte.

In der Ausstellung im Reuchlinhaus sind frühe Minaturskulpturen und minimalistische Broschen zu sehen ebenso wie die von der Op-Art beeinflussten Arbeiten. Mit spektakulären Körperobjekten huldigte Watkins Ende der 1970er Jahre der Bodyart und überschritt damit deutlich die Grenzen gewohnter Schmuckvorstellungen.

Die Pforzheimer Schau dokumentiert anschaulich die Entwicklung eines vielseitigen Künstlers, der bei aller Liebe zur Präzision nie das Experiment scheute. Selbst seine Fähigkeit zur Improvisiation aus seinen frühen Jahren als Jazzpianist wirkte sich auf seine Schmuckprojekte aus, heißt es.

Viele der großdimensionierten, farbigen Objekte von David Watkins dürften den täglichen Gebrauch nie erlebt haben. Dafür kommen sie in einer Museumsaustellung um so besser zur Wirkung. Nichts desto trotz waren seine Stücke für die Schmuckentwicklung inspirierend und wichtig.

Halsschmuck „Hinged Loop”, Gefärbtes Acryl, Silber, David Watkins, 1974, Foto David Watkins

Experimentelle Technik und traditionelles Handwerk

David Watkins’ Schmuck ist extrem vielseitig, was Techniken und Materialien betrifft. Sie reichen von Papier, Acryl, Neopren über Stahl, Aluminium oder Titan bis hin zu Gold. Jedes Material setzt er in einer Form ein, dass es sein Wesen und seine immanente Kostbarkeit optimal entfaltet. In den frühen 1970er Jahren erprobte der Schmuckkünstler den Computer als Designwerkzeug, und bis heute hat ihn seine Lust auf neue Technologien, die er unkonventionell mit traditionellem Handwerk kombiniert, nicht verlassen. Allein dieser Aspekt lohnt den Besuch der Ausstellung.

Brosche „Ladder Pin“, Gelb- und Weißgold, David Watkins, 1979, Schmuckmuseum Pforzheim, Foto Michael Hallson

Von 1984 bist 2006 war David Watkins Professor für Metallgestaltung und Schmuck am Royal College of Art, London. Über sein Werk ist von Beatriz Chadour-Sampson bei Arnoldsche Art Publishers ein Katalog in englischer Sprache mit 208 Seiten und 313 Abbildungen erschienen: „David Watkins. Artist in Jewellery“. Er ist für 39,90 Euro im Museumsshop erhältlich. Eröffnung der Ausstellung: Donnerstag, 23. Juli, 19 Uhr. Das Schmuckmuseum Pforzheim ist von Di bis So und feiertags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt für die Sonderausstellung beträgt 5 €. Weitere Informationen unter www.schmuckmuseum.de

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