Schmuck auf Japanisch

Yoko Shimizu, Halsschmuck aus der Serie „Transformation“, 2010. Blaues Kunstharz, Pigment, Silber. Foto Federico Cavicchioli.
Kunst und Design aus Japan sind im Jahr der 150jährigen deutsch-japanischen Freundschaft allgegenwärtig. Die Berliner Galerie Michaela Binder zeigt ab 28. Oktober in der Gipsstraße Schmuck japanischer Künstlerinnen und Künstler der internationalen Spitzenklasse. Die Inspiration durch die Natur und eine reduzierte Formensprache sind typisch für die Mehrzahl der Arbeiten. Hinzu kommt nicht selten die Auseinandersetzung mit traditionellen Handwerkstechniken und den geistigen Wurzeln der japanischen Kultur. Die Mehrzahl der Künstler hat in Europa studiert und Ateliers in Düsseldorf, Florenz, Tokyo, London oder München gegründet.
Kazuko Nishibayashi, Düsseldorf, orientiert sich bei der Gestaltung ihres Schmucks an der Ästhetik von Japanpapier. Charakteristisch sind die sich überkreuzenden Schleifen aus Silber oder Gold. Die Zwischenräume der skulpturalen Stücke beschreibt Nishibayashi als „gestaltete Leere“.
Masako Hamaguchi, London, arbeitet im Wachsgussverfahren mit Edelmetall. Eine Ringserie, die ursprünglich aus weißgesiedetem Silber mit bunten Elementen in Email gefertigt werden sollte, gestaltete sie nach der Katastrophe in Japan komplett in Schwarz.
Ausgesägte Holzformen dienen Yoko Shimizu, Florenz, als Vorlage für auffällige Schmuckstücke aus blauem Kunstharz. Aus Natürlichem wird Künstliches, aus Undurchlässigem wird Transparenz.

Ring aus rotem Elfenbein von Yutaka Minegishi, 2011.
Yutaka Minegishi, München, konzentriert sich bei seinen Entwürfen auf schlichte Formen in Naturmaterialien, die ihm auch als Inspirationsquelle dienen. Die Schlüssigkeit und Harmonie seiner skulpturalen Arbeiten, oft sind es Ringe, ist kaum zu übertreffen.

Yuka Oyama, Brosche „Herz“ aus der Kollektion „Fake/Real“, 2001. Emailliertes Silber.
Yuka Oyama, Berlin, greift in ihrer Broschenserie „Fake/Real“ Formen aus der Natur auf. Anstatt bedrohte Meerestiere zu verwenden, bildet sie Korallen aus Silber und Email nach, so wie sie Unterwasser aussehen. Oyamas Arbeiten sind konzeptionell, tragen nicht selten eine politische Botschaft und fordern zur Kommunikation heraus.

Anhänger von Michihiro Sato aus bedrucktem Papier.
Die Ringe, Anhänger und Broschen von Michihiro Sato, Itami, entstehen aus bedrucktem Papier. Die Fragilität seiner Schmuckstücke vermittelt gleichzeitig die Botschaft der Veränderung. Für den Japaner ist der Wandel nichts Negatives, sondern etwas zutiefst Natürliches, das immer auch eine Chance beinhaltet.
Yasushi Jona, Tokyo, verabschiedete sich im Laufe seiner Entwicklung von der konventionellen Vorstellung, dass Schmuck auf Hochglanz poliert sein müsse. Im Gegensatz dazu zeichnen sich seine Arbeiten durch amorphe oder unregelmäßige Oberflächen aus. Dies erweckt den Anschein, der Schmuck sei alt oder verrostet. Für Yasushi Jona aber besitzt die raue Oberfläche die geheimnisvolle Aura eines ausgegrabenen Schatzes.
Die Vernissage findet am Freitag, den 28.10.2011 ab 19 Uhr statt. Die Ausstellung vereint nicht nur eine erlesene Auswahl japanischer Schmuckkunst an einem Ort, sondern stellt auch eine direkte Verbindung nach Japan her. Denn 10 % des Erlöses werden an die Organisation Ashinaga gespendet zur Förderung von schulischer und beruflicher Bildung von Waisenkindern in Fukushima.
„Schmuck auf Japanisch“
28.10. – 23.12.2011
Galerie Michaela Binder
Gipsstraße 13
10119 Berlin
+49(0)30 28 38 48 69
kollektion@michaelabinder.de
www.michaelabinder.de



