Schmuckhistorie im Goldschmiedehaus

Historische Zeichnung aus der Kettengoldschmiede Bury, Hanau.
Anlässlich des 250-jährigen Jubiläums der Goldschmiede Bury zeigt das Deutsche Goldschmiedehaus, Hanau, die Doppelausstellung „250 Jahre Goldschmiede Bury – Handgefertigte Ketten der Hanauer Kettengoldschmiede“ sowie „Hand und Maschine – Jugendstilschmuck aus Pforzheim in technikhistorischer Rekonstruktion“. Im Mittelpunkt steht die Erhaltung, Wahrung und Überlieferung traditioneller Fertigungstechniken in der Schmuckproduktion.
250 JAHRE GOLDSCHMIEDE BURY
Ausgewählte Exponate, unterschiedlich gestaltete Ketten und zahlreiche Dokumente, geben einen Einblick in die Firmengeschichte und lange Tradition handgefertigter Kettenproduktion der 1759 in Hanau gegründeten Firma Bury. Die Herstellungsverfahren der einzelnen Muster sind in den so genannten Zurichtungsbüchern festgehalten. Leihgaben aus Weimar, dem Stadtarchiv Hanau und der Neuen Galerie in Kassel ergänzen den Nachlass aus Privatbesitz. Heute noch werden die Ketten, wie etwa die Knotenkette, Haferkornkette, Ankerkette, Drahtkette oder Königskette nach alten Vorlagen von dem Kettengoldschmied Rudolf Kern in Freigericht-Somborn gefertigt. Die Ausstellungsarchitektur stammt vom Büro Katz Kaiser, Darmstadt.
HAND UND MASCHINE IM JUGENDSTIL
Die Ausstellung „Hand und Maschine“ zeigt am Beispiel der Rekonstruktion von Jugendstilschmuck aus Pforzheim die spezialisierte, arbeitsteilige und technisch aufwändige serielle Herstellung. Anhand von ausgewählten Schmuckstücken werden die Arbeiten des Entwerfers, Stahlgraveurs, Prägers, Sandgießers oder Modellgoldschmieds gezeigt. Leihgaben des Schmuckmuseums Pforzheim dokumentieren die Bedeutung des Jugendstilschmucks in Pforzheim.
Die Ausstellung „Hand und Maschine“ ist in der Abteilung „Manufakturelle Schmuckproduktion“ der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin in Kooperation mit der AG „Schmuck verbindet“ entstanden.

Geometrie statt florale Symbolik: Halschmuck aus dem Jugendstil, Entwurf Prof. Georg Kleemann, 1863-1932, gefertigt in Pforzheim.

Dieser typische Jugenstilschmuck, Entwurf Georg Kleemann, wurde von der Firma Zerrenner, Pforzheim, in Serie produziert.
Zur Ausstellung „Hand und Maschine“ kann der Film „Schmuck für alle – Jugendstilschmuck aus Pforzheim“ von Dr. Gabriele Wohlauf/Ernst Meyer, 2008, 50 Minuten, deutsch mit englischen Untertiteln (Hg. Deutsches Technikmuseum Berlin/AG „Schmuck verbindet“) zum Preis von 15,00 € im Goldschmiedehaus erworben werden.
Öffentliche Führung: Am Sonntag, dem 13. September um 11.30 Uhr erläutert Fabian Sievert M. A. in einer öffentlichen Führung die Doppelausstellung und die Ausstellung „Orientalischer Volksschmuck im Wandel“. Der Eintritt beträgt 2,50 €.
Die Ausstellung ist täglich, außer montags, von 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.
Weitere öffentliche Führungen: Sonntag, 11. Oktober 11.30 Uhr, Sonntag, 15. November 11.30 Uhr. Sonderführungen auf Anfrage. Deutsches Goldschmiedehaus Hanau, Altstädter Markt 6, 63450 Hanau. www.museen-hanau.de



