Vera Lengsfeld / Online Magazin

Vera Lengsfeld

17. August 2009

Vera Lengsfeld mit einem Halschmuck aus Cusco, Peru. Ohrschmuck und Ring von Isabell Steußloff. Foto: Ivonne Wehrl.

Wie würde die Berliner CDU-Kanditatin auf ihre Ernennung zur „Schmuckträgerin des Monats“ reagieren? Spontan, positiv und ehrlich hat Vera Lengsfeld geantwortet. Wir freuen uns besonders, dass sie nicht nur gerne Schmuck trägt, sondern sich sogar als Sammlerin von völkerkundlichem Schmuck erweist. Aber auch in Berlin hat sie schon Schmuck gekauft, beim Fest an der Panke, am Prenzlauer Berg und auf dem Boxhagener Platz. Extra für Art Aurea hat die Politikerin und Autorin unserer Bitte entsprochen, uns ein paar Zeilen zu ihrer Auszeichnung zu schreiben. Dass sie sogar noch im Wahlkampf die Zeit für eine neue Porträtaufnahme fand, finden wir besonders nett. Herzlichen Dank an die Fotografin Ivonne Wehrl und an Vera Lengsfeld, die schreibt:

„Sehr geehrter Herr Ludwig,
auf meine Ernennung zur “Schmuckträgerin des Monats” bin ich sehr stolz. Seit zwanzig Jahren sammele ich – neben den Stücken von Berliner Goldschmieden und Designern – Schmuck aus aller Welt. Von jeder Reise bringe ich eine Kette, ein Armband oder Ohrringe mit. Es handelt sich in den seltensten Fällen um so genannten “echten” Schmuck, sondern häufiger um landestypische Arbeiten. Inzwischen habe ich ein eigenes Schränkchen für meine Schätze reservieren müssen.
Besonders mag ich Steine, die ich sehr aussagekräftig und kleidsam finde. Schön finde ich auch, wenn Blätter oder Federn verarbeitet werden, wie bei der Kette, die ich auf dem Bild trage. Sie stammt aus Cusco, Peru, und umschließt ein Stück Pfauenfeder. Dazu trage ich Ohrringe und einen Ring, den meine Freundin Isabell Steußloff angefertigt hat. Abends trage ich, wie die Kanzlerin, gern Perlen. Es gibt nichts Besseres für den Teint einer Frau in meinem Alter.“

Natürlich haben wir Vera Lengsfeld für die freundlichen Zeilen gedankt und dabei auf einen verbreiteten Irrtum in Sachen Schmuck hingewiesen:

„Sehr geehrte, liebe Frau Lengsfeld,

vielen herzlichen Dank für das Bild und Ihre spontane und positive Antwort. Herzlichen Dank auch, liebe Frau Wehrl, für die Übersendung der Bilder. Zu dem Thema “echter Schmuck” darf ich noch sagen, dass jeder Schmuck echt ist, der nicht als Kopie erscheint. Echt ist das Authentische während das Imitat immer unecht ist – ganz wie bei uns Menschen oder auch in der Kunst.

Fälschlicherweise spricht die Schmuckbranche oft selbst von “Echtschmuck”, meint aber Schmuck aus edlen Materialien. Die modernen Schmuckgestalter lehnen dies ab. Echt ist vielmehr gleichzusetzen mit Originalität. Echt ist auch Schmuck aus Holz, Pergament und selbst Kunststoffschmuck kann sehr viel echter sein, als eine wesenlose Nachahmung etwa aus Gold. Wobei edle Materialien durchaus ihren Reiz haben und nicht umsonst seit Jahrtausenden die Menschen faszinieren.

Auch Ihr Halsschmuck aus Cusco mit einer Pfauenfeder ist zweifelsohne echter Schmuck, denn Federn gehören neben Horn, Knochen und Muscheln zu den ältesten Schmuckmaterialien der Menschheit überhaupt. Bitte verzeihen Sie, wenn ich etwas Schmuckaufklärung betreibe. Ich wünsche Ihnen noch viele Entdeckungen auf diesem Gebiet – im Bereich Völkerkunde und vor allem bei unseren heimischen Schmuckgestalterinnen und -gestaltern. Denn Berlin ist wirklich Spitze in Sachen Schmuckkultur.

Ihr
Reinhold Ludwig
Art Aurea