Andrea Ballschuh / Online Magazin

Andrea Ballschuh

10. August 2009

Moderieren mit modernem Schmuck von Michaela Binder, Schmuckdesignerin und Galeristin in Berlin.

Im Land des Bauhauses fehlt es nicht an modernen Schmuckdesignern und –künstlern, darunter viele Frauen. In den Medien hingegen taucht moderner Schmuck selten auf. Doch es gibt erfreuliche Lichtblicke, wie wir in einigen Sendungen der Fernseh- und Radiomoderatorin Andrea Ballschuh beobachten konnten. Grund genug, sie in unserer Reihe „Schmuck-An-Sichten“ vorzustellen. Aber würde Andrea Ballschuh auf unsere Frage nach ihrem Schmuckverständnis auch antworten? Und würden sich Bilder finden, die ihre Vorliebe für modernes, künstlerisches Schmuckdesign dokumentieren ließen?

Andrea Ballschuh hat geantwortet, spontan und unkompliziert. Und sie hat uns zur Erstveröffentlichung anspruchsvolle Bilder zur Verfügung gestellt, zu denen sie bemerkte: „Bisher hat noch niemand außer Ihnen, meinem Mann und mir die Fotos zu Gesicht bekommen, sie sind auch nirgendwo veröffentlicht, sie sind ganz frisch. Wir haben sie aufgenommen, da war ich im 8. Monat schwanger…“.

Die Bilder der Fotografin Sonja Wiegand sind ein Bekenntnis zu zeitgenössischem Schmuck, wie es sie bislang von Prominenten kaum gibt. Denn es sind nicht die üblichen Fotos, die bei Filmfestspielen im Auftrag großer Juweliere und Luxusmarken inszeniert werden. Wir danken Andrea Ballschuh und Sonja Wiegand sehr herzlich für ihren Beitrag zur modernen Schmuckkultur. Wie alles angefangen hat, erklärt die Fernseh- und Radiomoderatorin selbst:

Art Aurea: Wie kamen Sie dazu, modernen Schmuck zu tragen, wo doch die meisten Ihrer Kolleginnen, wenn überhaupt, mit konventionellen oder traditionellen Juwelen glänzen?

Andrea Ballschuh: Ich habe den Schmuck von Michaela Binder durch Zufall beim Bummeln durch Berlin Mitte entdeckt und mich sofort verliebt. Denn er sieht so besonders aus, eben anders als „normaler“ Schmuck. Damit hebe ich mich von der Masse ab. Dieser Schmuck fällt ins Auge, ich wurde schon so oft darauf angesprochen. Bis ich den besonderen Schmuck von Michaela Binder entdeckte, trug ich überhaupt keinen Schmuck. Jetzt ist er zu meinem Markenzeichen geworden.

Art Aurea: Moderner Schmuck entsteht meist in kleinen Manufakturen und kreativen Werkstätten. Spielt dieser gesellschaftliche Aspekt bei Ihrer Kaufentscheidung eine Rolle.

Andrea Ballschuh: Das spielt eine sehr große Rolle. Schmuck „von der Stange“ hat mich nie interessiert, ich hatte nie welchen getragen. Schmuck aus Handarbeit, Schmuck, der wirklich Kunst ist, reizt mich viel mehr und dafür bin ich bereit, mehr Geld auszugeben. Ich meine, dass diese Form der Kunst noch viel mehr unterstützt werden müsste.

Art Aurea: Wie reagieren Ihre Kolleginnen und Kollegen auf den Schmuck, den Sie tragen?

Andrea Ballschuh: Inzwischen haben schon zwei meiner Kolleginnen bei Michaela Ketten und Ringe gekauft. Ich bekomme sehr oft Anfragen von Zuschauerinnen, denen der besondere Schmuck auffällt, die wissen wollen, wo sie ihn erwerben können. Qualität setzt sich also durch.

Andrea Ballschuh mit einer Kette von Michaela Binder. Foto Sonja Wiegand.

Farbige Filzelemente in klaren Formen. Die Ringe und Ketten wurden zu einem Markenzeichen von Andrea Ballschuh. Foto Sonja Wiegand.

Durch austauschbare Filzelemente lässt sich der Schmuck jeder Kleidung und Stimmung seiner Trägerin anpassen. Foto Sonja Wiegand.

FERNSEHEN UND RADIO

Andrea Ballschuh wurde 1972 in Dresden geboren. Bereits mit 11 moderierte sie im DDR-Fernsehen eine Kindersendung und entdeckte mit 15 ihre Leidenschaft fürs Radio. 1996 begann die Zeit als Wettermoderatorin bei „Deutsche Welle TV“, anschließend bei „Sat.1“, „Pro 7“ und „N24“. Von 2001–2003 moderierte sie zudem das Sat.1-Ländermagazin „17:30 live“ für Niedersachsen und Bremen. Seit 2003 ist Andrea Ballschuh beim ZDF, wo sie zuerst die Schlagersendung „Traumland Deutschland“, dann Shows wie „Winterwunderland“ und „Starnacht am Wörthersee“ moderierte. Hinzu kam ab 2004 die mdr-Sendung „delikat“. „Ein Highlight“, so berichtet Andrea Ballschuh, „war im September 2006 die Moderation der Fernsehpreisverleihung ‚Goldene Henne’“. Zweimal machte sie einen Ausflug ins Schauspielfach und spielte bei „Soko 5113“ und „Die Rosenheimcops“ in Nebenrollen.

Vor ihrer Babypause im Sommer 2009 moderierte Andrea Ballschuh fast 6 Jahre bis März 2009 die tägliche Service- und Verbrauchersendung „Volle Kanne“ im ZDF (montags bis freitags 09:05-10:30 Uhr). Außerdem die ZDF-Sendung „Zauberwelt der Berge“ sowie das mdr-Quiz „Quickie“ (samstags 19:50 Uhr) und 4 mal im Jahr die „mdr-Hitparade“. Seit Januar konnte man sie auch wieder im Radio hören, immer samstags zwischen 10 und 14 Uhr bei “hr3”. Nach der Babypause wird Andrea Ballschuh im Oktober wieder ins Radiostudio zurückkehren.

FAMILIE UND VORLIEBEN

Privat entspannt sich die Moderatorin Andrea Ballschuh bei Gartenarbeit, beim Malen und Joggen. Auf ihrer Webseite sind so schöne Sätze zu lesen wie „Unterwegs
zu sich selbst
ist man ein Leben lang
jeden Tag aufs Neue.
Und in den
Momenten wunschlosen Glücks
ist man bei sich angekommen.“ Die Weisheit stammt von dem Dichter und Erzähler Hans Kruppa, den die Moderatorin besonders schätzt. Seit 15. Juni 2009 sind Andrea Ballschuh und ihr Mann, der Musiker Jem Atai, „ganz stolze Eltern einer wunderbaren Tochter, Lia Matilda“.