Handwerk und kleine Manufakturen im Kommen / Online Magazin

Handwerk und kleine Manufakturen im Kommen

08. Februar 2010 Frankfurt

Die „Talents“ in der Halle 4.0 im Bereich „Table Contemporary Design“, Tischdesign und Genusskultur.

Kitsch oder Kunst, Hightech oder Simplizität, Tradition oder Experiment – was bestimmt den gedeckten Tisch und das Produktdesign im Jahr 2010? Fragen, die die „Ambiente 2010“ beantworten möchte. Sie öffnet am Freitag, 12. Februar 2010 in Frankfurt ihre Tore und endet am 16. 2. 2010.

Polarisierende Tendenzen stellten Designer und Gestalter 2010 vor neue Herausforderungen und lassen viel Raum für neue Interpretationen, heißt es im Vorfeld der internationalen Konsumgütermesse und weiter: „Zum einen gilt es, authentische Produktwelten zu schaffen, basierend auf einer vernünftigen Sicht der Dinge: Nutzen, Funktion, Langlebigkeit, Reduktion und Minimalismus stehen hier eindeutig im Vordergrund. Auf der anderen Seite wird die Grenze zwischen Design und Kunst sowie zwischen Technologie und Simplizität mehr und mehr überschritten: Mit unorthodoxen, effektvollen Produkten, die bunt, kunstvoll und manchmal auch kitschig sind.“

Handwerkliche Fertigung immer bedeutender

Zur Ambiente 2010 präsentiert sich die Weltleitmesse „Dining“ so facettenreich wie noch nie, mit neuem Hallenkonzept, einem neuen „Talents“-Areal im Bereich „Table Contemporary Design“ und der Produktinszenierung „300 Jahre deutsches Porzellan“. Hier wird die Geschichte des traditionellen Kulturguts mit Produkten von Ambiente-Ausstellern in Szene gesetzt. Hansjerg Maier-Aichen, HfG Karlsruhe, bemerkt zur gegenwärtigen Entwicklung: „Im Rausch zahlreicher Trenddeutungen und Spekulationen über einen neuen und meist kurzlebigen ‚Zeitgeist’ gewinnen hochwertige Materialien und handwerkliche Fertigkeiten immer mehr an Bedeutung. An die Stelle großer Industrieproduktionen sind kleinere Betriebe und Manufakturen gerückt, die mit ausgefallenen Produkten und ausgereiften Herstellungsmethoden an Boden gewinnen, sowohl in Deutschland und Europa als auch in Asien.“

Handwerkliches statt großer Industrieproduktionen. Arbeiten von Tanja Niedermann, auf der letztjährigen Ambiente.

Auch bei den jungen Nachwuchsdesignern und an den Hochschulen offenbare sich eine zunehmende Lust, mit handwerklichen Techniken und Werkstoffen neu umzugehen, so Maier-Aichen weiter. Beispielhaft für den kreativen Design-Nachwuchs stehen die „Talents“.

Die aktuelle Wirtschaftslage hat nicht nur eine Rückkehr zu Geselligkeit und Gastlichkeit bewirkt – sie ist auch Nährboden für kreatives Neuland: „Im Wissen um tiefgreifende ökonomische Verwerfungen sind neue Denkansätze in Sachen Produktinnovation unumgänglich. Das ‚Besondere des Alltäglichen’ und die hohe Wiedererkennbarkeit der Produktpalette sollten das Ziel einer nachhaltigen Unternehmenskultur sein – hier haben Produzenten den Verbrauchern gegenüber eine gewisse Verantwortung“, erläutert Maier-Aichen.

Ambiente 2010 vom 12. bis zum 16. Februar 2010 mit den drei Weltmessen Dining, Giving und Living.

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