Bauhaus-Hommage von Claudia Hoppe / Online Magazin

Bauhaus-Hommage von Claudia Hoppe

19. Januar 2010

Bis heute beeinflusst das 1919 von Walter Gropius gegründete Bauhaus viele Gestaltungsbereich: von der Architektur über die Gestaltung von Möbeln, die Typografie bis hin zur Kunst. Einer breiten Öffentlichkeit wenig bekannt ist der Bauhauseinfluss in der Schmuckgestaltung. In der Metallwerkstatt in Dessau, in dem die legendären Freischwinger aus Edelstahl und moderne Leuchten entwickelt wurden, entstanden auch Gefäße der Silberschmiedekunst und Schmuck. Zum Beispiel durch den Meister am Bauhaus Naum Slutzky. Bauhauslehrer wie Johannes Itten und Oskar Schlemmer hielten Vorträge an den Kunstgewerbeschulen für Schmuck in Pforzheim, Hanau und Schwäbisch Gmünd, den damaligen Zentren der Schmuckfertigung. So wurden die Bauhausideale von Schlichtheit und Logik in der Konstruktion bereits vor dem 2. Weltkrieg vor allem von deutschen Schmuckgestaltern übernommen.

International ist auch im 21. Jahrhundert die Schmuckfertigung durch traditionellen Juwelenschmuck geprägt. Hingegen hat sich seit den 1980er Jahren moderner serieller Schmuck in der Tradition der Moderne vor allem im deutschsprachigen Raum und in den Niederlanden etabliert. Um den Einfluss des Bauhauses speziell auf die deutsche Schmuckentwicklung sichtbar zu machen, hat Art Aurea Protagonisten des modernen Schmuckdesigns eingeladen, eine Bauhaus-Edition aus jeweils drei Arbeiten zu gestalten.

Nach dem Klassiker des modernen Schmuckdesigns Carl Dau im vergangenen Bauhausjahr hier nun die drei Editionen der Nachwuchsdesignerin Claudia Hoppe aus Düsseldorf. 1972 in Kiel geboren hat sie in Düsseldorf und Barcelona Schmuckdesign studiert. Ihre klaren, intelligent konstruierten Stücke erhielten bereits mehrere große Preise. Ihre drei Bauhaus-Editionen sind Abwandlungen oder Weiterentwicklungen bestehender Linien.

Bauhaus-Hommage 1 von Claudia Hoppe. „kombinations-armreif“, Silber mit Lack.

Zwei Armreife, vier Möglichkeiten. Konkav geformte Silberreife, teils farbig lackiert, laden zum Variieren ein. Sie können einzeln getragen, ineinander oder gegeneinander zusammengesteckt werden. Die Formen erinnern an den Schmuck ursprünglicher Kulturen und erscheinen gleichzeitig zeitlos modern.

Bauhaus-Hommage 2 von Claudia Hoppe. „flex-edition“, Armreife in Gold 750 und Edelstahl.

Ein Musterbeispiel für das Prinzip „form follows function“ im Schmuck. Jeder Flex-Armreif besteht aus einem Ornament, das durch seine Dehnbarkeit auch gleichzeitig den Verschluss bildet. Eine aufwändig eingearbeitete Schließe wird überflüssig. Die reine Form kann sich entfalten.


Bauhaus-Hommage 3 von Claudia Hoppe. Die „stripes-edition“. Armreife aus Gold 750.

Durch moderne Fertigungstechnik erhält das Material seine Form und bleibt auf Dauer elastisch. Aus einem Streifen Edelmetall gearbeitet bestechen die „stripes“ durch ihre Einfachheit und einen integrierten Verschluss. Minimale Einschnitte verleihen ein raffiniertes, beschwingtes Aussehen.

Claudia Hoppe

Posted In Neuheiten 2010