SCHMUCK, PASSION, TANGO

Die Tänzerin Diana del Valle. Fotografiert von Volker Beushausen.
Traditionell präsentiert das Galeriehaus Grosche in seiner Ausstellung zum Jahresende die neuen Arbeiten von Kersten und Matthias Grosche. Das diesjährige Thema heißt „Schmuck Passion Tango“. Als Gäste zeigen der Fotograf Volker Beushausen und der Silberschmied Michel Pfister ihre Arbeiten. Damit erlebt das Crossover verschiedener Künste und Themen, ein besonderes Anliegen der Galerie, eine neue Variante. Gibt es doch eine Reihe spannender Parallelen zwischen den Kultur- und Kunstformen.
Das Ideal des Tangos ist die Einheit in der Bewegung. Jeder Körper bewegt sich aus seiner Mitte heraus konzentriert auf die Intensität des Augenblicks. Anspruchsvolle Gestaltung, wie Kersten und Matthias Grosche sie verstehen, birgt eine vergleichbare Intensität. Hier ist es das Zusammenspiel von Form, besonderer Materie und Persönlichkeit in der eine Einheit entsteht, einzigartig und manchmal atemberaubend. Diese Art von Gestaltung kann wie der sinnliche Tanz dem Augenblick Intensität und dazu noch Dauer und Beständigkeit verleihen – manchmal auch die Ahnung von Undendlichkeit und Ewigkeit.
Tango ist wie kaum ein anderer Tanz Ausdruck von starken Gefühlen, von Vergänglichkeit, Sehnsucht und einer atemberaubenden Erotik. Tango ist getanzte Leidenschaft. Der vor einem Jahrhundert durch europäische Immigranten in Buenos Aires entstandenen Paartanz ist seit September 2009 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Entstanden in dem Alten Hafen- und Bordellviertel La Boca, in den Kneipen der Calle Necohea, war er ursprünglich ein Heilmittel gegen das Elend und die Einsamkeit der Einwanderer aus Italien und Spanien.


Haltung bewahren: Neue Farbsteinringe von Kersten Grosche.


Bewegende Momente: Ringe und Anhänger von Matthias Grosche.
Kersten Grosches Stücke leben von der Dynamik ihrer Formen und der Kraft ihrer Farben. Außerdem kennzeichnen außergewöhnliche Edelsteine wie z.B. eigenwillig geschliffene Citrine, der äußerst seltene grüne Bernstein aber auch Schiefer und Pyrit ihren Schmuck. Matthias Grosche abstrahiert für seine Arbeiten Tangomotive, z.B. die Umarmung. Ein häufig wiederkehrendes Element ist dabei das Spiel mit Licht und Schatten und die Verwendung der Spiralform. So zeichnet sein Schmuck fragile, grafische Linien am Körper der Trägerin.

Fotografie von Volker Beushausen: Helena und Günter

Diego Riemer und Belen Giachello tanzen. Foto: Volker Beushausen.
Volker Beushausen ist freischaffender Diplom-Fotodesigner und passionierter Tangotänzer. Er arbeitet vorwiegend in den Bereichen Theater, Musik und Industrie. Zu seinen Referenzen gehören u.a. das Westfälische Landestheater, Act Music, GUN Records, das Traumzeitfestival, das Konzerthaus Dortmund, ebenso wie Fiege, Thyssen Krupp u.v.m.
In der Ausstellung zeigt er in der Szene bekannte Tangueras und Tangueros in verschiedenen Situationen, wie der tänzerischen Umarmung, einer Pause oder auch der Inszenierung. www.beushausenbild.de
Kerzenobjekte von Michael Pfister
Michel Pfisters Kerzenobjekte leben von schwungvollen Bewegungen. Die Kerzen scheinen fast schwerelos miteinander zu tanzen. Der mehrfach ausgezeichnete Silberschmied ist Dozent an der Staatlichen Zeichenakademie und kann auf Lehrtätigkeiten in Indien und England
zurückblicken. www.made-in-hanau.de
Ausstellungsdauer: 27.11.2009 – 31.12.2009. www.galeriehaus-grosche.com



